Ein 30%-CO2-Reduktionsziel in der EU käme deutlich billiger als erwartet

01.02.2012 - Die EU-Kommission hat am 30. Januar 2012 ein langerwartetes Arbeitspapier veröffentlicht, in dem sie die Kosten und Nutzen einer Verschärfung des EU-Klimaziels auf 30 Prozent bis 2020 auf Ebene der Mitgliedstaaten analysiert. 

In dem Papier kommt die Kommission zu dem Schluss, dass die anvisierten Kosten für alle Mitgliedstaaten günstiger ausfallen als 2008 erwartet. Der Nutzen eines stärkeren Klimaziels überwiegt in allen Mitgliedstaaten, wenn verringerte Treibstoffkosten sowie Umwelt- und Gesundheitsschäden in die Berechnung einbezogen werden. Die Analyse basiert auf dem Fahrplan für ein CO2-armes Wirtschaften, den die Kommission im Frühjahr 2011 vorgelegt hat und der Kosten und Nutzen von stärkeren Emissionsverringerungen auf EU-Ebene analysiert. Die EU-Umweltminister hatten die Kommission im Sommer 2011 dazu aufgefordert, diese Analyse auch auf Ebene der Mitgliedstaaten durchzuführen.

Das Klima-Bündnis-Ziel – mit 1990 als Basisjahr – würde 2020 zu einer Reduktion von rund 45 % führen. Ein anspruchsvolleres Ziel auf EU-Ebene mit den entsprechend gestalteten Rahmenbedingungen würde die Klima-Bündnis-Mitglieder bei der Erreichung ihrer Selbstverpflichtung unterstützen. Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang der auch in dem Papier aufgeführte Emissionshandel: In Deutschland etwa muss er schon deshalb funktionieren, um den im Rahmen der Energiewende eingerichteten Klima- und Energiefonds zu speisen.

Weitere Informationen:

Commission Staff Working Paper (vorläufige Version, pdf in englischer Sprache)